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Tagung zur uckermärkischen Reformation

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Datum/Uhrzeit
18/04/2015
ganztägig

Wo?
Dominikanerkloster Prenzlau


Prof. Dr. Klaus Neitmann, Direktor des Brandenburgischen Landeshauptarchivs, der Uckermärkische Geschichtsverein und weitere Partner veranstalten eine Tagung zur Reformation in der Uckermark. Dabei soll die Zeit vom ausgehenden Mittelalter bis zum Dreißigjährigen Krieg beleuchtet werden.

Für die Tagung (Programm) wird ein Unkostenbeitrag von 15,-€ erhoben. Anmeldungen werden bis zum 31.03.2015 erbeten an: Vorsitzender@uckermaerkischer-geschichtsverein.de.

 

Das Martin-Luther-Denkmal in Prenzlau:
http://www.uckermark-tv.de/archiv/Schaeden_am_Denkmal_-6161.html

 

PRESSEMELDUNG

Am Sonnabend, dem 18. April, kamen in Prenzlau etwa 60 interessierte Teilnehmer aus Berlin und Brandenburg zu einer reformationsgeschichtlichen Tagung zusammen, die vom Verein für Berlin-Brandenburgische Kirchengeschichte, der AG für Uckermärkische Kirchengeschichte, dem Dominikanerkloster Prenzlau und dem Uckermärkischen Geschichtsverein organisiert wurde. Nach einer kurzen Andacht in der Nikolaikirche versammelten sich die Tagungsteilnehmer im Refektorium des Dominikanerklosters, wo Dr. Andreas Stegmann mit seinem Einführungsvortrag zum Thema „Die Reformation in der Mark Brandenburg“ einen anschaulichen Überblick über wichtige Stationen der reformatorischen Bewegung in Brandenburg gab. Dabei hob er den konservativen Grundzug der brandenburgischen Reformation hervor. Prof. Dr. Neitmann referierte anschließend über das lutherische Leben in Prenzlau. Dabei bezog er sich insbesondere auf seine Auswertungen der Visitationsprotokolle und der Statuten der Stadt Prenzlau, die Rückschlüsse auf die Umsetzung der reformatorischen Bewegung erlauben. Dr. Heinrich Kaak beeindruckte mit seinen Ausführungen zur chronikalischen Arbeit des für die lokale Geschichte bedeutsamen Pfarrers und Stadtchronisten Süring (1615-1673). Die von Süring hinterlassenen Schriften (ca. 1.000 handschriftliche Seiten) werden zur Zeit von Kaak transkribiert (abgeschrieben) und voraussichtlich 2016 kommentiert und mit einem Register versehen veröffentlicht. Kaak informierte umfassend über Sürings Berichterstattung zu den Hexenverfolgungen, Seuchen und Epidemien im 16. und 17 Jahrhundert. Wolfgang Blaschke referierte über die spätmittelalterliche Frömmigkeit und den Verlauf der Reformation in und um Angermünde und über. In seinem Vortrag ging er auch auf die Waldenserverfolgung im Mittelalter ein, die Angermünde den Beinamen einer „Ketzerstadt“ einbrachte, da es hier besonders viele Häretiker (Ketzer) gegeben habe, von denen man 1336 einige auf dem Angermünder Marktplatz hinrichten ließ. Der Kunsthistoriker Dr. Peter Knüvener überzeugte mit seiner Darstellung über mittelalterliche und frühneuzeitliche Altäre in der Uckermark. An verschiedenen Objekten zeigte er eindrucksvolle Beispiele für Umbauten sowie Neuzusammenstellungen älterer Figurengruppen. Jürgen Theil referierte zum Thema „Die Uckermark im 30jährigen Krieg – das Schicksal einer Region zwischen Pommern und Brandenburg im Spiegel zeitgenössischer Quellen“. Zum Abschluss der Tagung versammelten sich die Gäste in der Marienkirche, wo der Prenzlauer Hans Burmeister sachkundig durch die Geschichte dieses bedeutenden Sakralbaus deutscher Backsteingotik führte. Teilnehmer und Veranstalter der Tagung, die auch in den Pausen einen regen Austausch führten, zeigten sich mit dem Verlauf sehr zufrieden. Vielleicht bietet das bevorstehende Jubiläum des Thesenanschlages durch Luther im Jahr 2017 erneut einen Anlass für ein Treffen. Der Vorsitzende des Vereins für Berlin-Brandenburgische Kirchengeschichte und Mitorganisator Dr. Lütcke dankte den Referenten und der Stadt Prenzlau, die sich als sehr guter Gastgeber präsentiert habe.

Jürgen Theil

Vorsitzender UGVP

(Abbildungen: 1-4 Jürgen Theil, 5 Dr. Matthias Schulz)

1 - Publikum im Refektorium des Dominikanerklosters3 - Prof. Dr. Klaus Neitmann 2 - PD Dr. Andreas Stegmann4 - PD Dr. Heinrich Kaak   5 - Hans Burmeister (Mitte) bei der Führung durch die Marienkirche