Hilferuf

Am 23.02.2010 wurde von der Prenzlauer Stadtverordnetenversammlung auf Vorschlag von Jürgen Theil, Mitglied der Bürgerfraktion und Vorsitzender des Uckermärkischen Geschichtsvereins, ein Teil der bisherigen Friedhofstraße in Dr. Bähr Straße umbenannt.

Bähr, Oskar, Dr. (1856-1942) amtierte als letzter Rabbiner der jüdischen Gemeinde vom September 1885 bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1934 in Prenzlau. Er wohnte in der Prinzenstraße Nr. 595 (heute Am Sternberg). 49 Jahre lang war er ein angesehener Bürger der Stadt. Von hier zog er nach Moers am Niederrhein. Der 82-jährige Rabbiner soll dort 1938 noch verzweifelt versucht haben, die Schändung der Synagoge zu verhindern. Im Juli 1942 wurde er von dort zusammen mit seiner Frau Madchen, dem 1887 in Prenzlau geborenen Sohn, dem Arzt Dr. Hermann Bähr, sowie dessen Frau und Sohn nach Theresienstadt deportiert, wo Oskar Bähr am 18.10.1942 und seine Frau am 5.3.1943 starben. Todestag und -ort des Sohnes sind unbekannt, seine Frau Helene wurde in Auschwitz ermordet, der 1922 geborene Enkel des Rabbiners, Günther Bähr, 1945 auf dem Todesmarsch von Auschwitz nach Gleiwitz. Dr. Oskar Bähr war in Prenzlau u.a. Mitglied des Uckermärkischen Museums- und Geschichtsvereins. In der Stadt Moers am Rhein gibt es heute eine Dr.-Hermann-Bähr-Straße. Die Stadt Prenzlau würdigt den letzten Rabbiner Dr. Oskar Bähr durch die im Jahre 2010 erfolgte Benennung einer Straße. Lit.: Kegel, Gerhard: Dr. Oskar Bähr und seine Familie, in: UH Bd. 2, S. 207f.

aus: Jürgen Theil, Stadtlexikon. 2005

Dr-Bähr-Straße_Straßenschild

Blick in die Dr.-Bähr-Straße in Richtung Friedhofstraße. Rechts der Neubau ist das Christa-und-Peter-Scherpf Gymnasiums. (Foto: Jürgen Theil, 2013)

Blick in die Dr.-Bähr-Straße in Richtung Friedhofstraße. Rechts der Neubau ist das Christa-und-Peter-Scherpf Gymnasiums. (Foto: Jürgen Theil, 2013)