Hilferuf

Uckermärkischen Geschichtsverein (Hrsg.): Die Ausgrabungen in der Prenzlauer Neustadt und der westlichen Marktberg-Straße 2011/12.
Arbeiten des Uckermärkischen Geschichtsvereins zu Prenzlau, Band 10 (2013)

Inhaltsverzeichnis:
Franz Schopper „Erste Ergebnisse zügig vorgelegt“ Liebe Leserinnen und Leser! (Grußwort des Landesarchäologen). 3
Vorstand UGVP Vorwort. 4
Matthias Schulz Einführung. 5
Christian Ihde Der westliche Abschnitt: Binnenmühle bis Uckerpromenade. 6–20
Christian Ihde Der mittlere Abschnitt: Uckerpromenade bis Mitteltorturm / Stadtmauer – Ausbau der Neustadt-Straße. 21–40
Dirk Schumann Ein unbekannter Feldsteinbau aus der Zeit um 1300 an der Fischerstraße – eine mittelalterliche Herberge in der Prenzlauer Neustadt? 41–44
Manfred Roeder / Matthias Schulz Der mittlere Abschnitt: Uckerpromenade bis Mitteltorturm / Stadtmauer – Ausbau der Fischerstraße und des westlich angrenzenden Parkplatzes. 45–50
Christian Ihde Der östliche Abschnitt: Mitteltorturm/Stadtmauer bis Marienkirche. 51–68
Matthias Schulz Zusammenfassung. 69–71
Autorenverzeichnis. 72
Literatur- und Quellenverzeichnis. 73–78
Grabungsimpressionen. (Bilder). 79
Uckermärkischer Geschichtsverein zu Prenzlau e. V. – Bibliothek und Publikationen. 80

Prenzlau gehörte im Mittelalter zu den bedeutendsten Städten Pommerns und Brandenburgs. Als erster Ort in Pommern 1234 mit dem Stadtrecht ausgestattet, entwickelte sich die neue Stadt geradezu rasant. Ihre über lange Zeit wechselnde Zugehörigkeit zu Pommern oder Brandenburg wirkte sich positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt aus.

Die einstige Bedeutung und die außergewöhnlich zahlreichen mittelalterlichen Schriftquellen veranlassten Archäologen und Historiker gleichermaßen, sich mit der Prenzlauer Stadtgeschichte intensiv zu beschäftigen. Den vorläufiger Höhepunkt bilden hier die zum 775. Stadtgründungsjubiläum 2009 erschienene „Geschichte der Stadt Prenzlau“ sowie die 2009 vorgelegte und 2010 und von der Archäologischen Gesellschaft in Berlin und Brandenburg e.V. gemeinsam mit dem Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologischen Landemuseum veröffentlichte Dissertation von Matthias Schulz über die Ergebnisse aller bisherigen archäologischen Untersuchungen.

Mit dem grundhaften Ausbau der Neustadt-Straße und angrenzenden Bereichen bot sich in den Jahren 2011 und 2012 erstmals die Möglichkeit, umfangreiche neue archäologische Quellen zur in der Forschung kontrovers diskutierten Bedeutung und Entwicklung der Prenzlauer Neustadt zu gewinnen. Dem Landesbetrieb Straßenwesen, den Prenzlauer Stadtwerken und der Stadt Prenzlau, die die Hauptlast der Bauarbeiten getragen haben, gebührt an dieser Stelle besonderer Dank. Durch spezielle Planungen und die unterirdische Reparatur tief liegender Leitungen konnten die erforderlichen Erdeingriffe deutlich reduziert und damit wichtige Bereiche des Bodendenkmals „Neustadt Prenzlau“ für die Zukunft erhalten werden. Den verschiedenen Tiefbauunternehmen ist für die konstruktive Zusammenarbeit mit den Ausgräbern ausdrücklich zu danken.

Die etwa 4.000 archäologischen Befunde, die 2011 und 2012 bei den verschiedenen Untersuchungen dokumentiert werden konnten, bilden eine gewaltige Datengrundlage, die es unbedingt auszuwerten gilt. Leider sind die Forschungsmöglichkeiten im Land Brandenburg vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Finanzlage äußerst begrenzt. Dem Uckermärkischen Geschichtsverein und den (hierbei ehrenamtlich tätigen!) Ausgräbern möchte ich auch ganz persönlich dafür danken, dass mit der vorliegenden Publikation den Prenzlauer Bürgern, historisch Interessierten und Forschern die Möglichkeit eröffnet wird, zeitnah nach Abschluss der Arbeiten vor Ort erste fundierte Einblicke in die nicht nur für Prenzlau wichtigen Untersuchungsergebnisse zu nehmen.

 

Grußwort des Landesarchäologen, Dr. Franz Schopper