Hilferuf

Am 06.02.1990 rief das „Neue Forum“ in der „Freien Erde“ die Prenzlauer Bürger zu einer Meinungsumfrage bezüglich der Prenzlauer Straßennamen auf. Es ging um die Frage, ob die DDR-zeitlichen Straßennamen bestehen bleiben sollten oder ob auch Prenzlau die alten Namen, die historisch mit der Stadt gewachsen waren, wiedererhalten sollte. Der damalige Rat der Stadt und die Stadtverordneten nahmen die Aktivitäten des „Neuen Forums“ zur Kenntnis und zum Anlass, eine Arbeitsgruppe zur Auswertung und Abwägung der eingegangenen Meinungsäußerungen und Vorschläge zu bilden.

In der Arbeitsgruppe, die am 03.07.1990 erstmals im Kulturhistorischen Museum Prenzlau tagte, nahmen neben Abgeordneten der Parteien, Vertretern des Kulturhistorischen Museums, der Werkstatt und der Interessengemeinschaft für Denkmalpflege und des Jugendklubs des Museums auch Vorstandsmitglieder und Mitglieder des neugegründeten Uckermärkischen Geschichtsvereins zu Prenzlau teil. Vereinsmitglied Frank Wieland wurde in der Arbeitsgruppe beauftragt, die Bevölkerung mit einer Artikelserie in der „Freien Erde“ über die geschichtlichen Hintergründe der Straßennamen ausführlich zu informieren, damit eine sachliche Diskussion überhaupt ermöglicht wird. Neben der Abwägung aller eingegangenen Vorschläge und Meinungsäußerungen erfolgten in der Arbeitsgruppe die Vorarbeiten für eine „Richtlinie zur Benennung von Straßen und das Anbringen von Straßennamenschildern“, die letztlich in das Prenzlau Ortsrecht einging. Im Ergebnis der Tagungen wurden dem Rat der Stadt die Vorschläge zu den Namensänderungen mit ausführlichen Begründungen vorgelegt, die in den Ausschüssen nochmals ausgiebig beraten wurden und in der Stadtverordnetenversammlung zur Beschlussfassung kamen.