Hilferuf

Am 18. April 2013 wurden auf dem Prenzlauer Marktplatz zwei Bronzetafeln enthüllt, die auf den Richtstein und den Militärgalgen hinweisen.

Richtstein.

An der Kreuzung Friedrichstraße/Marktberg sieht man noch heute eine große Steinplatte im Straßenpflaster. Es handelt sich hier um einen alten Richtstein. Früher ragte der heute 2,00×1,40 m große Richtstein etwa 60 cm über das Straßenpflaster hinaus. Er wurde aber 1862/63 erheblich verkleinert und zu einer Platte umgewandelt. Auf ihm fanden im Mittelalter die Hinrichtungen statt. Hier wurden u. a. im Jahre 1426 den beiden Bürgermeistern Belz und Grieben, die Prenzlau an die Pommern verraten hatten, die Schwur-Hände und anschließend die Köpfe abgeschlagen. Die letzte öffentliche Hinrichtung fand hier im Jahre 1774 statt. Der ursprüngliche Standort des Richtsteins ist nicht genau bekannt. Süring berichtet im Zusammenhang mit einer im Jahre 1608 durchgeführten Hinrichtung, dass er sich „vor der Roßstraße“ (heute Vincentstraße) befand.

 

Militärgalgen (Schandpfahl).

Auf dem Obermarkt (heute gegenüber dem „Hotel Uckermark“) erinnert ein Steinkreuz im Straßenpflaster an den Standort des Militärgalgens. Hier erhängte man desertierte Soldaten vor den Augen der Prenzlauer Bürgerschaft. Oft wurden hier auch Steckbriefe oder gemalte Bilder der Deserteure befestigt. In der ersten Hälfte des 19. Jh. ordnete der damalige Kommandeur des III. Armeekorps, Prinz Wilhelm von Preußen, der spätere Kaiser Wilhelm I., die Entfernung des Galgens an.

 

Quelle:

  • Jürgen Theil, Prenzlauer Stadtlexikon 2005

_Prenzlauer-Zeitung_19-04-2013