Hilferuf

„Kreuzigung mit Stiftern“

Gemälde in der Nikolaikirche Prenzlau

_Bild-Kreuzigung_Nikolaikirche In der Prenzlauer Nikolaikirche hängt ein Bildnis der Kreuzigung mit Stiftern und einer Prenzlauer Stadtansicht im Hintergrund (um 1700).

In der Mitte ist der Gekreuzigte dargestellt in strahlendem Licht. In den dunklen Gewändern knien die Trauernden, in den weißen die Verstorbenen. Der Talar ist in jener Zeit das Gewand des akademisch Gebildeten – der Abgebildete muss daher kein Pfarrer sein. Im Schriftband steht: „Herr Jesu Christ, mein Zuflucht ist die Höhle deiner Wunden. Da Sünd und Tod mich bracht in Not, hab ich mich darein funden.“

Im Hintergrund ist die Stadt Prenzlau dargestellt, die Stadt nimmt somit die Stelle von Jerusalem ein. Markant und erkennbar sind die Türme, die Wohnhäuser sind eher willkürlich verteilt. In der Mitte der Nordturm von St. Marien mit Renaissance-Abschluss, erbaut 1687; rechts daneben der Südturm von St. Marien mit barocker Haube, zerstört durch Blitzschlag 1704. Direkt links neben dem Ostgiebel der Marienkirche der Kirchturm von Alt-St. Nikolai und noch weiter links der Kirchturm von St. Jacobi mit barocker Haube. Unter der Marienkirche ist die Franziskanerklosterkirche mit stark überhöhtem Turm und rechts neben dem Oberschenkel Jesu das Dominikanerkloster zu erkennen.

Das Bild entstand aufgrund der Darstellung der Türme der Marienkirche zwischen 1687 und 1704. Mit dieser Datierung handelt es sich um die älteste bekannte Stadtansicht Prenzlaus.

Das Gemälde wurde 2006 durch die Diplomrestauratorin Grit Jehmlich mit finanzieller Unterstützung des Uckermärkischen Geschichtsvereins zu Prenzlau e. V. (zahlreiche Spenden, insgesamt 1.600 €) restauriert.

Quellen:

  • Führer durch die Nikolaikirche Prenzlau, vom Alt-Superintendenten Klaus-Heinrich Kanstein.
  • Jürgen Melchert: Die Prenzlauer Kreuzigung von 1687 in einem Gedankenspiel umgewandelt in eine Herforter Kreuzigung von 1994. In: Uckermärkische Hefte Bd. 2, 1995, S. 302–305.
  • Jürgen Theil: Tätigkeitsbericht für das Geschäftsjahr 2006. In: Mitt. Uckermärk. Geschver. H. 14, 2007, S. 162.